Abo-Fallen im Internet
Kostenlose Dienste im Internet gibt es zuhauf. Wetterdienste, SMS-Versender, Newsletter, Kochrezepte. Leider verstecken sich unter diesen Gratisangeboten auch ab und zu schwarze Schafe. Die scheinbar gebührenfreien Anmeldungen sind an Bedingungen verknüpft, die zu einem kostenpflichtigen Abo führen. Obwohl diese versteckten Kosten eigentlich verboten sind, geschieht es noch immer, dass Geprellte die Gebühren zähneknirschend bezahlen. Was viele nicht wissen: Zahlungsverpflichtungen entstehen erst, wenn ein wirksamer Vertrag zustande gekommen ist. Das ist oftmals nicht der Fall. So können Sie sich wehren:
- Kann bewiesen werden, dass der Kostenhinweis versteckt angebracht wurde (z. B. in den AGB oder an anderer unerwarteter Stelle), ist dieser unwirksam.
- Bestreiten Sie zunächst den Vertragsschluss schriftlich bei der betreffenden Firma.
- Fordern Sie die Firma darin auf, den Vertragsschluss zu beweisen. Die Firma – nicht Sie – ist in der Beweispflicht.
- Erstellen Sie sofort einen Ausdruck der betreffenden Internetseite, einen so genannten “Screen-Shot”. Oftmals gestalten die Betreiber ihre Seiten nach einer Beschwerde um, so dass ihnen kein Regelverstoß mehr nachzuweisen ist.
- Falls ein Widerspruchsrecht besteht, sollten Sie es zusätzlich zu Ihrem Einspruch geltend machen.
- Dies gilt auch, wenn sich Ihr minderjähriges Kind angemeldet hat. Ignorieren Sie Hinweise von der Firma, dass Sie Ihre Aufsichtspflicht vernachlässigt hätten. In der Regel gilt auch hier, dass keine Zahlungsverpflichtungen seitens der Erziehungsberechtigten bestehen.
- Lassen Sie sich nicht von Inkassobüro-Forderungen oder Anwaltsschreiben seitens der Firma beeindrucken. Zunächst gilt: Die Wirksamkeit des Vertrages prüfen lassen.
- Zahlen Sie auf keinen Fall, bevor die Sachlage nicht geklärt ist. Dies könnte Ihnen als Anerkennung der Zahlungsverpflichtungen vorgehalten werden.
Und denken Sie generell daran:
- Geben Sie niemals leichtfertig und ohne genaue Prüfung Ihre Daten für vermeintlich kostenlose Dienste heraus. Geködert werden Internetuser auch gerne damit, dass ihr Name auf dubiosen Seiten in pikantem Zusammenhang auftaucht. Um der Sache auf den Grund zu gehen oder den eigenen Namen zu löschen hat sich schon so mancher voreilig auf der Seite angemeldet und damit einem kostenpflichtigen Vertrag zugestimmt.
- Scrollen Sie auf Internetseiten stets bis ganz nach unten durch. Dort verstecken sich oft Zusätze und Hinweise zu Abo-Verpflichtungen.
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