Strategiewechsel für Xing
Durch den neuen Vorstandsvorsitzenden des Online-Geschäftsnetzwerks Xing, Stefan Groß-Selbeck, strebt das Unternehmen nun auch einen Strategiewechsel an. Ziel soll es sein, die Entwicklung neuer Funktionen, durch beispielsweise die öffnung für externe Entwickler, zu beschleunigen. Nicht mehr im Mittelpunkt, laut Groß-Selbeck, steht jetzt die weitere Expansion im Ausland mittels Akquisitionen.
Die Brancheninitiative Open Social, zu deren Gründungsmitgliedern auch Xing gehört, erlaubt externen Softwareentwicklern Applikationen über eine Standardschnittstelle einzubinden und soll in diesen Tagen ihre Funktionen offiziell bereitstellen. Groß-Selbeck erläuterte hierzu: „Die Idee von Socialmedian lautet, dass die Inhalte, die meine Kontakte für lesenswert erachten, vielleicht auch für mich relevant sind. Damit kann ich mein Netzwerk als Filter für die Vielzahl an Informationen nutzen“.
Des Weiteren arbeitet Xing mit Verlagen, die Inhalte zuliefern, nicht mehr zusammen, denn Groß-Selbeck ist der Meinung: „Socialmedian funktioniert auch ohne Inhaltepartner“. Hinzu kommt, dass der Xing-Chef Stefan Groß-Salbeck ordentlich auf die Tube drückt. So wird nebenbei eine Anwendung getestet, bei dem sich die Nutzer gegenseitig um Rat fragen können, und das soll erst der Anfang der unbedingt benötigten Technologieoffensive sein. Groß-Salbeck meinte hierzu: „Wir haben schon in den vergangenen Wochen mehr neue Funktionen live geschaltet als in den Quartalen zuvor, und dieses Innovationstempo wollen wir mindestens beibehalten.
Mit Open Social werden wir unser Innovationstempo weiter beschleunigen. Wir wollen Xing aber nicht wie andere soziale Netzwerke für möglichst viele Applikationen öffnen. Neue Applikationen sollen auch für möglichst viele Nutzer beruflich Sinn machen“. Eine Idee des Xing-Chefs wäre hierbei eine Anbindung an den Mikro-Bloggingdienst Twitter. „Diese Funktion liegt natürlich nahe in diesen Tagen“, sagte Groß-Selbeck, „Dann können sich Nutzer die Informationsflut auf Twitter nach Stichworten filtern.“
Der Grund, warum Groß-Selbeck nicht mehr ins Ausland expandieren möchte ist: „Aus meiner Ebay-Zeit weiß ich, dass es schwierig ist, Communitys oder Netzwerke zu akquirieren. Mit Xing haben wir in der Türkei bewiesen, dass es geht. Unsere Mitgliederzahlen wachsen auch in Spanien, die Aktivitätsraten sind aber nicht dort, wo ich sie gerne hätte. Das steht nicht mehr in unserem Fokus. Wir konzentrieren uns auf Europa – und neben Deutschland, österreich und der Schweiz – auf die drei Länder, in denen wir bereits Niederlassungen haben. Wir wollen in Spanien, der Türkei und Italien schneller als bisher wachsen“.
Hierzu sollen die Länderchefs ebenfalls die konsequente Trennung zwischen zahlenden Premiummitgliedern und nichtzahlenden Basismitgliedern aufweichen dürfen. Deutschland ist hiervon allerdings ausgeschlossen.
Und auch die Wirtschaftskrise macht sich bei Xing bemerkbar. Groß-Selbeck äußerte dazu: „Natürlich geht die Gesamtmarktlage nicht spurlos an uns vorbei, aber wir gewinnen im Stellenmarkt definitiv Marktanteile.
In der Online-Werbung sind wir auch nicht vom Markt abgekoppelt. Aber rund 80 Prozent unseres Umsatzes machen wir dank unserer zahlenden Mitglieder, und dieser Bereich wächst weiter. Wir denken sehr intensiv darüber nach, den mehr als 40.000 Headhuntern oder Personalentscheidern auf Xing einen höheren Komfort anzubieten. Wir können unser Abonnementgeschäft sicher noch einmal verdoppeln, aber auch neue Erlösströme hinzufügen, die im Laufe der Zeit größer werden können als das Abo-Geschäft. Im vergangenen Jahr betrug der Werbeanteil rund 8 Prozent. Ich glaube nicht, dass dieser Anteil steigt. Online-Werbung ist und bleibt ein Zubrot, aber wird nie der Kern unseres Geschäftsmodells.“
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